Christmas Bloody Christmas - Filmkritik & Bewertung | Filmtoast.de (2024)

FilmeHorror

Tobias Theiß

9. Dezember 2022

6 Min. geschätzte Lesezeit

Neo-Grindhouse-Veteran Joe Begos ist nichts heilig: in Christmas Bloody Christmas lässt er den Weihnachtsmann Amok laufen!

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TitelChristmas Bloody Christmas
Jahr2022
LandUSA
RegieJoe Begos
DrehbuchJoe Begos
GenreHorror
DarstellerRiley Dandy, Sam Delich, Jeff Daniel Phillips, Jeremy Gardner, Jonah Ray, Dora Madison, Abraham Benrubi, Josh Ethier, Joe Begos
Länge81 Minuten
FSKab 18 Jahren freigegeben
VerleihCapelight Pictures
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Die Handlung von Christmas Bloody Christmas

Tori (Riley Dandy) und Robbie (Sam Delich) betreiben voller Hingabe einen Plattenladen. Als beide ihr Geschäft am Heiligabend schließen, planen sie spontan, den Abend gemeinsam in der örtlichen Bar mit Whiskey und nerdigen Gesprächen ausklingen lassen. Was mit reichlich Getreidedestillat beginnt, endet in einer atemlosen Flucht vor einem durchgedrehten Weihnachtsmannroboter…

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Atmosphäre pur

Dieses Jahr schicken sich gleich zwei Filme an, die immer gleichen RomComs im Weihnachtssetting ordentlich aufzumischen. Zum einen klopft in Violent Night, einem dick budgetierten Actionreißer in bester Stirb Langsam-Manier, der Weihnachtsmann an die Tür, der vor (David Harbour, John Leguizamo, Beverly D’Angelo) und hinter der Kamera mit bekannten Namen ködert (Regie: Tommy Wirkola, Musik: Dominic Lewis).

Auf der anderen Seite lässt Neo-Grindhouse-Veteran Joe Begos den Weihnachtsmann genauso meilenweit vom romantischen Coca Cola geprägten Image auftreten. Allerdings mit weit weniger finanziellen Mitteln, Starpower und PR in der Hinterhand als Regiekollege Wirkola. Statt auf große Namen hat sich Begos für Christmas Bloody Christmas erneut einige seiner treuen Weggefährten geschnappt und Santa auf eine blutige Rampage durch ein verschlafenes Städtchen irgendwo in den USA geschickt.

Und dabei ist ein waschechter Begos entstanden – mannigfaltig ausgeleuchtete Bilder, am liebsten jedoch in satten Rot- und Grüntönen; ein grober Look der eingefangenen Bilder; atmosphärische musikalische Untermalung zwischen dreckigem Grunge und Synthwave; ein hoher Gewaltgrad. Begos Liebe zum Genre wird in nahezu jeder Sekunde ersichtlich. Das verschneite Kleinstadtsetting zur Weihnachtszeit erinnert entfernt an Dantes Gremlins, im Finale wähnt man sich in Predator oder ganz offensichtlich in Terminator. Und eine bestimmte Sequenz mit einem Auto und einer Shotgun lässt unweigerlich an einen gewissen Mord mit Tom Savini in William Lustigs Maniac denken.

Begos hat in all seinen bisherigen Filme seiner Verehrung für die 80er-Jahre der Filmlandschaft Platz geschaffen, doch Christmas Bloody Christmas kann man wohl als feuchten Nerdtraum bezeichnen. Parallel zur Verbeugung vor dem besten Filmjahrzehnt für Horrorfilme, hält hier nun auch Begos Vorliebe zu krachender Musik Einzug. Die Kleidung der Protagonisten, die Ausstattung des Plattenladens – Fast alles lädt ein, sich neben den Charakteren auf den Barhocker zu schwingen, anzustoßen und über Film & Musik zu fachsimpeln.

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Eingespieltes Team

Doch nicht nur die generelle Ausstattung des Films ist einladend. Aus jedem gesprochenem Satz der Figuren tropft die Liebe zur filmischen und musikalischen Kunst. Die Chemie zwischen den Darstellern ist phänomenal. Die gegenseitigen Frotzeleien in den einleitenden Minuten wirken zu keiner Sekunde gestellt, sondern alltäglich und authentisch. Überhaupt sollte sich wohl jeder Geek ganz wunderbar mit den Hauptrollen identifizieren können und entsprechend mitfiebern.

Zu verdanken ist das dem engagierten Cast, der zum großen Teil bereits mehrfach mit Begos gearbeitet. Hier scheinen gegenseitiges Vertrauen und Wertschätzung am Set für das Publikum erkennbar Früchte zu tragen. Jeremy Gardner hat mit Begos bereits bei dessen The Mind’s Eye und Bliss mitgewirkt und u. a. bei dem etwas anderen Zombiefilm Ben & Mickey vs the Dead (OT: The Battery) Regie geführt und eine der Hauptrollen übernommen. In Christmas Bloody Christmas darf er sich als überforderter und dauerhaft gereizter Police Officer gehen lassen.

Dora Madison (VFW und Bliss) und Stammhüne Josh Ethier (in wirklich jedem Begos-Vehikel dabei und übrigens auch Editor bei einer Vielzahl bekannter Genrefilmen) vollenden den Reigen treuer Wegbegleiter. Mit Jeff Daniel Phillips ist jemand an Bord, der sich mit Horrorfilmen der Indieszene wunderbar auskennt, hat er doch ab Halloween II mit Rob Zombie zusammengearbeitet. Sam Delich gibt den Sidekick der Heldin, besteht hier aber problemlos als etwas trottelig-romantischer Musikenthusiast.

Ein absoluter Coup bei der Besetzung ist jedoch Hauptdarstellerin. Riley Dandy ist ironischerweise völlig entgegen ihrer letzten Rollen gecastet – jüngst trat sie immer wieder in Weihnachtsromanzen auf.

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Toughe Heldin

Christmas Bloody Christmas mag audiovisuell eindeutig den 80er-Jahren entsprungen sein, ist im Herzen aber ein Film des gegenwärtigen Kinos. Zwar wird immer wieder mit Versatzstücken der früheren Zeit gespielt und auch ein gewisses nostalgisches Feeling lässt sich nicht abstreiten, aber anhand der Figuren ist klar, dass es sich hier um einen modernen Film handelt.

Protagonistin Tori Tooms quatscht wie ihr der Schnabel gewachsen ist, nimmt sich was sie braucht & möchte und ist nicht nur gegen ihre letzten Rollen besetzt, sondern gibt auch ein herrlich gegen den Strich gebürstetes Final Girl. Keine typische Damsel in Distress, sondern selbstbestimmt, alkoholgeschwängert und definitiv in der Lage, sich ihrer Haut zu erwehren. Neben dem durchgedrehten Weihnachtsroboter nimmt sie es auch problemlos mit jedem Mann auf, der ihr über den Weg läuft.

Stichwort Robo Santa: den Weihnachtsmann nicht nur entgegen seines romantisierten Images darzustellen, sondern gleich zum skrupellosen Killer(roboter) mutieren zu lassen, ist quasi der Wunschtraum von Regisseur Joe Begos: denn er zählt nicht nur Terminator zu seinen Lieblingsfilmen, sondern wollte auch unbedingt wegen der Ästhetik schon immer einen Weihnachtshorrorfilm drehen (lockeres Interview mit Begos hier). Und dieser mordende Santa Claus hier ist wunderbar bedrohlich: nicht nur seine starre Miene, sondern das schwere Stapfen seiner Stiefel und das hydraulische Schnarren seiner Federungen zeugen von seiner brachialen Gewalt.

Unser Fazit zu Christmas Bloody Christmas

Schnodderschnauze, reichlich Blut und Fanservice für alle Metal- und Horrorgeeks: Joe Begos surft mit Christmas Bloody Christmas konsequent auf seiner Neo-Grindhouse-Welle fort, die er mit Bliss und VFW entfesselte. Was als Remake zu Silent Night, Deadly Night begann, wandelt sich vom in grelles Neonlicht getauchten Slasher hin zum Hide & Seek-Thriller. Der Plot bietet kaum mehr als die offizielle Inhaltsangabe hergibt. Dafür saugt der Streifen mit seinen alltagstauglich plappernden Figuren und seiner wunderschönen 80s-Stimmung nahtlos ein und entlässt das Publikum nach nicht einmal 90 Minuten zufrieden in die dunkle Nacht.

Christmas Bloody Christmas erscheint am 16.12.2022 im Keepcase auf DVD und Blu-ray oder im Mediabook mit UHD und Blu-ray, inklusive 24-seitigem Buchteil. In allen Versionen ungeschnitten ab 18 Jahren!

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Unsere Wertung:
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© Capelight Pictures

2022 Abraham Benrubi Capelight Pictures Dora Madison Horror Jeff Daniel Phillips Jeremy Gardner Joe Begos Jonah Ray Josh Ethier Riley Dandy Sam Delich USA

Tobias Theiß

Name: Tobi | Alter: 31 | Bei Filmtoast seit: Januar 2018 | Aufgabengebiete: Reviews verfassen | Am aktuellen Mainstream völlig desinteressiert, suche ich mein Glück zum großen Teil in den Nischen des vielfältigen Horrorgenres, gerne abgründig und gewalttätig. Allerdings bin ich kein tumber Schlächter, sondern lasse mich ebenso von aufwühlenden Dramen mitreißen oder werde bei dänischem Humor schwach.

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